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Medizinische Vorsorge

Trans Personen stehen generell alle medizinischen Vorsorgemaßnahmen unabhängig vom Geschlechtseintrag zu. Maßgeblich ist die jeweilige körperliche Ausgangssituation.

Demnach sind gynäkologische Praxen verpflichtet, ärztliche Untersuchungen und Behandlungen vorzunehmen – unabhängig davon, ob sich die Person als weiblich, männlich, divers oder ohne Geschlechtseintrag vorstellt. Das Gleiche gilt sinngemäß für urologische Praxen. Seitens der gesetzlichen Krankenkassen bestehen entsprechende Abrechnungsmöglichkeiten.

Es gibt nur wenige Studien zum Krebsrisiko bei trans Personen. Ferner fehlen klare Empfehlungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen (Screening). In der Regel werden die gleichen Krebsvorsorgemaßnahmen wie für cis Personen empfohlen.

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Bei trans Personen mit weiblichem Geburtsgeschlecht, die eine Testosteronbehandlung erhalten, ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, im Vergleich zu cis Frauen wahrscheinlich nicht erhöht. Möglicherweise ist es sogar deutlich niedriger. Solange keine Brustentfernung erfolgt ist, wird das gleiche Screening wie bei cis Frauen empfohlen. Nach operativer Entfernung des Brustgewebes sind Mammografien (spezielle Röntgenuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs) möglicherweise nicht möglich. Ob Brustuntersuchungen (z. B. durch Abtasten) für Personen, die sich einer Brustentfernung unterzogen haben, nützlich oder notwendig sind, ist nicht geklärt.

Bei trans Personen mit männlichem Geburtsgeschlecht, die eine Östrogenbehandlung erhalten, muss davon ausgegangen werden, dass das Brustkrebsrisiko unter Östrogen im Vergleich zu cis Männern erhöht ist. Das kann damit zusammenhängen, dass die Personen durch die Östrogenbehandlung eine größere Brust mit mehr Brustdrüsenzellen bekommen und sich diese möglicherweise bösartig verändern. Dennoch liegt das Brustkrebsrisiko für trans Personen mit männlichem Geburtsgeschlecht auch unter Östrogenbehandlung immer noch unter dem Risiko der cis Frauen. Es werden die gleichen Brustvorsorgeuntersuchungen empfohlen wie für cis Frauen.

Bei manchen Menschen kann das Brustkrebsrisiko aufgrund genetischer oder anderer Faktoren erhöht sein. Dies muss im Einzelfall bei der Frequenz der Vorsorge berücksichtigt werden.

Gebärmutter-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs (Endometrium-, Zervix-, und Ovarialkarzinom)

Statistiken oder Studien zur besseren Einschätzung des Risikos für trans Personen liegen nicht vor. Solange Gebärmutter und/oder Eierstöcke vorhanden sind, sollten regelmäßige Kontrollen, Abstriche vom Muttermund und gegebenenfalls sonografische Untersuchungen in einer gynäkologischen Praxis erfolgen. Regelmäßige Abstriche werden ab dem 20. Lebensjahr angeboten.

Zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs wird eine HPV-Impfung (Impfung gegen Humanes Papilloma Virus, das bei sexuellen Kontakten übertragen werden kann) gemäß STIKO (Ständige Impfkommission) sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen ab dem 9. Lebensjahr empfohlen. Seit Einführung der HPV-Impfung ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebsfällen deutlich zurückgegangen.

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Infolge einer hormonellen Testosteronblockade und nach einer geschlechtsangleichenden Operation sinkt das Risiko für Prostatakrebs. Eine Krebsvorsorge wird bei trans Frauen dennoch empfohlen, da bei der geschlechtsangleichenden Operation die Prostata nicht entfernt wird.

HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen

Untersuchungen auf HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen stehen trans Personen in gleicher Weise zu wie cis Personen. Derartige Untersuchungen werden beispielsweise von der Münchner AIDS-Hilfe angeboten.

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